Hagelschaden - Reparatur und Versicherungsschutz

Was zählt als Hagelschaden und wie geht man vor?

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Inhaltsverzeichnis

Bei schweren Unwettern kann es rasch zu Schäden kommen. Hagel ist hierbei besonders problematisch. Dieser verursacht oftmals unschöne Schadbilder, welche dringend repariert werden sollten. Ob die Versicherung den Schaden übernimmt und welche Vorgehensweise bei der Reparatur zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Was ist ein Hagelschaden?

Unter einem Hagelschaden kann ein Schadbild verstanden werden, welches durch einen Hagelschlag verursacht wurde. Hierfür sind Hagelkörner in unterschiedlichen Dimensionen verantwortlich. Diese bilden sich innerhalb von Gewitterwolken und werden durch Auf- und Abwinde in sogenannte Kältezonen transportiert.

Dabei gefrieren die Wassertropfen und werden nach und nach zu den bekannten Hagelkörnern. Werden diese letztendlich zu schwer, fallen sie zu Boden und verursachen in den meisten Fällen Schäden an Fahrzeugen und anderen ungeschützten Gegenständen.

Auslöser für einen Hagelschaden am Auto

Als Auslöser für einen Hagelschaden können unterschiedlich große Hagelkörner genannt werden. Diese hinterlassen meist deutlich sichtbare Dellen in Autoblechen. Handelt es sich um große Hagelkörner, sind Schäden in der Heck- sowie in der Windschutzscheibe nicht auszuschließen. Aus diesem Grund sollte das Fahrzeug vor Unwettern geschützt werden. Ist keine Garage oder ähnliches vorhanden, können Hagelschutzmatten oder Schutzdächer durchaus hilfreich sein.

Wie mein sein Fahrzeug vor Hagel schützen kann

Um Ihr Fahrzeug vor Hagelschäden zu schützen können Sie einige Vorkehrungen treffen.

  • Parken Sie Ihr Auto in einer Garage oder unter einem Carport.
  • Verwenden Sie eine Hagelschutzdecke. Diese Decken sind oft gepolstert und können schnell über das Auto gelegt werden, wenn ein Hagelsturm droht (Funktioniert gut mit dem nächsten Tipp).
  • Installieren Sie eine Unwetter-Warn-App auf Ihrem Smarthpone um frühzeitig über drohende Hagelstürme informiert zu werden. Diese Apps liefern oft Echtzeit-Warnungen und Prognosen, damit Sie rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können, um Ihr Fahrzeug zu schützen.
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Zahlt die Versicherung den Hagelschaden?

Ob die Versicherung für einen Hagelschaden zahlt oder nicht, hängt von der Versicherungsart ab. Hierbei ist vor allem entscheidend, ob Sie eine Teil- oder Vollkaskoversicherung für Ihr Fahrzeug abgeschlossen haben. Diese beinhalten in der Regel eine Entschädigung für Hagelschäden. Sie müssen den Schaden allerdings innerhalb von sieben Tagen an Ihre Versicherung melden. Bei Kaskoversicherungen mit Selbstbehalt müssen Sie die vertraglich festgelegte Beteiligungssumme bezahlen. Den restlichen Betrag übernimmt in der Regel die Versicherung. Haben Sie jedoch eine klassische Haftpflichtversicherung abgeschlossen, müssen Sie die Kosten für eine Reparatur meist selbst tragen.

Hagelschaden von der Versicherung auszahlen lassen (Fiktive Abrechnung)

Weist Ihr Fahrzeug einen Hagelschaden auf, welchen Sie nicht reparieren lassen möchten, so ist eine Abrechnung auf fiktiver Basis möglich. Dieses Vorgehen ist jedoch bei älteren Modellen üblicher als bei Neuwagen. Hierbei wird jener Betrag von der Versicherung ausbezahlt, welcher zuvor von einem Gutachter für die Reparaturkosten ermittelt wurde. Die Mehrwertsteuer wird Ihnen in diesem Fall allerdings nicht erstattet. Sie müssen Ihr Auto daher nicht zwingend reparieren lassen.

Hierbei sollten Sie allerdings beachten, dass die Versicherung nach einem erneuten Hagelschaden oftmals nur einen geringeren Betrag auszahlt. Um den vollen Reparaturbetrag erhalten zu können, muss der neue Schaden klar erkennbar sein. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn das Auto nach dem ersten Hagelschaden nicht repariert wurde.

Nachteile bei der Auszahlung eines Hagelschadens

Wenn Sie sich für die Auszahlung des Schadensbetrags entscheiden, kann sich dies negativ auf den Wiederverkaufswert Ihres Fahrzeuges auswirken. Dies ist vor allem bei Neuwagen oftmals der Fall. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Versicherung nach einem erneuten Hagelschaden nicht die gesamte Schadenssumme übernimmt, sondern lediglich einen Teilbetrag auszahlt.

Reparatur von Hagelschäden

Sind Dellen im Blech erkennbar, lassen sich diese mithilfe spezieller Drück-, Zieh- oder Klebetechniken reparieren. Dabei wird die Delle behutsam nach außen gedrückt oder gezogen. Der Einsatz spezieller Werkzeuge ist hierbei unerlässlich. Handelt es sich allerdings um schwere Blechschäden oder beschädigte Fenster- oder Windschutzscheiben, müssen die betroffenen Autoteile vollständig ausgetauscht werden.

Reparatur durch Fachwerkstatt

Gerade bei Neufahrzeugen oder bei größeren Schäden, ist es immer besser den Schaden in einer Fachwerkstatt professionell reparieren zu lassen. Zusätzliche Beschädigungen, beispielsweise am Lack, können somit vermieden werden.

In Fachwerkstätten wird mit spezieller Ausrüstung gearbeitet, sie haben die notwendige Erfahrung und bieten meistens noch eine Garantie auf ihre Arbeit, was Ihnen zusätzliche Sicherheit bietet.
Als erstes erfolgt eine gründliche Begutachtung Ihres Fahrzeuges, wobei der Umfang des Schadens ermittelt wird und anschließend ein Reparaturplan erstellt wird.
Bei der Reparatur werden verschiedene Techniken benutzt, unter anderem das Ausbeulen ohne Lackieren, das Lackieren und Polieren, oder auch der Einsatz spezieller Reparaturgeräte wie Heißluftpistolen und Druckluftsprays.

Mit einer professionellen Reparatur in einer Fachwerkstatt sind Sie somit immer auf der sicheren Seite, auch um Folgeschäden bei einer Selbstreparatur zu vermeiden und Ihr Fahrzeug wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Hagelschaden selbst reparieren

Handelt es sich um überschaubare Schäden oder um ein älteres Fahrzeugmodell, können Sie den Hagelschaden auch selbst reparieren. Kleinere Schäden lassen sich in der Regel binnen weniger Minuten mit sogenannten Metallstäben beheben.

Dies ist eine besonders schonende Methode. Weist das Fahrzeug allerdings größere Schäden auf, ist die Reparatur etwas aufwendiger. In diesem Fall müssen Sie Ihr Auto zunächst genauestens begutachten. Achten Sie dabei besonders auf gleichmäßig runde Dellen. Diese können schließlich auch von Laien rasch beseitigt werden. Die Schadstelle muss anschließend mit einer Heißluftpistole erwärmt werden, um die Flexibilität des Blechs zu erhöhen. Im Anschluss kann die Delle vorsichtig von außen nach innen gedrückt werden.

Mithilfe eines Druckluftsprays, welcher kreisförmig auf die Delle gesprüht wird, kann der Schaden ebenfalls behoben werden. Bei einem Neuwagen wird allerdings die Reparatur in der Werkstatt empfohlen, da es während der eigenständigen Schadensbehebung rasch zu Lackschäden kommen kann. Fachwerkstätten verfügen zudem über das notwendige Werkzeug, um den Hagelschaden fachkundig beseitigen zu können.

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Vorgehensweise bei Hagelschaden am Leasing-Fahrzeug

Wird das Leasing-Fahrzeug während eines Unwetters beschädigt, sollten Sie den Leasinggeber umgehend über den Schaden informieren. Geleaste Fahrzeuge sind meist gegen Hagelschäden versichert. Ihr Leasinggeber handelt den entstandenen Schaden im Regelfall über die Versicherung ab.

Ist der Hagelschaden am Fahrzeug mit einem Wertverlust verbunden?

Kommt es zu einem Hagelschaden, so wirkt sich dies auf den Wiederverkaufswert des Autos aus. Bei neuen Fahrzeugen ist die Wertminderung meist höher als bei etwas älteren Fahrzeugmodellen. Dies ist auch nach einer erfolgreichen Reparatur der Fall, da Ihr Auto nach einem Hagelschaden als Unfallwagen gilt. In der Regel müssen Sie mit einem Wertverlust von mehreren hundert Euro rechnen. Die genaue Wertminderung kann allerdings nur durch einen Sachverständigen ermittelt werden. Dieser führt eine gründliche Begutachtung des Fahrzeugs durch und legt anschließend den Wert fest.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Hagelschaden

Ein Hagelschaden ist, wenn Hagelkörner mit hoher Geschwindigkeit auf Fahrzeuge, Gebäude oder andere Objekte treffen. Hierbei können, je nach Größe der Hagelkörner, sehr große Schäden wie Dellen, Beulen, Kratzer, aber auch Glasschäden entstehen. Oftmals erfordert ein Hagelschaden Reparaturen oder Austausch der beschädigten Teile.

Hagel entsteht wenn aufsteigende warme Luft kondensiert. Durch große Temperaturunterschiede in den Wolken gefriert diese und es kommt zur Hagelbildung. Je nach Größe der Hagelkörner verursachen diese durch die hohe Geschwindigkeit meist Dellen, Kratzer, Karosserieschäden oder auch Glasschäden am Auto.

Als Fahrzeughalter sollten Sie den Schaden schnellstmöglich Ihrer Kfz-Versicherung melden. Dies kann in der Regel telefonisch, per Brief oder E-Mail geschehen. Dabei sollten Sie Tag, Uhrzeit und den Ort angeben. Dokumentieren Sie den Schaden durch Fotos, etwa mit Ihrem Smartphone für eventuell spätere Fragen. Glasschäden durch einen Hagelschaden sollten sofort provisorisch versorgt und zeitnah eine Reparatur beauftragt werden um größere Schäden zu vermeiden.

Sie können einen Hagelschaden ganz einfach Ihrer Kfz-Versicherung melden. Diese überprüfen, mithilfe eines KFZ-Sachverständigen, den gemeldeten Hagelschaden. Der Gutachter erstellt daraufhin ein Gutachten über Schadenhöhe und Zusammensetzung.

Die Kosten für eine Reparatur nach einem Hagelschaden übernimmt die Teilkaskoversicherung, auch wenn Glasschäden durch Hagel entstanden sind. Die Versicherung übernimmt Kosten am Auto bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts.

Wenn Sie einen Hagelschaden nicht reparieren lassen wollen, beispielsweise bei älteren Pkws oder weil Sie kleine Dellen nicht stören, dann ist eine Abrechnung auf fiktiver Basis möglich. Die Teilkasko zahlt Ihnen dann den Nettobetrag aus, den ein Gutachter für die Reparatur ermittelt hat.

Bei einer Auszahlung ohne Reparatur des Hagelschadens kann der Wiederverkaufswert deutlich sinken, gerade auch bei neueren Modellen.
Haben Sie zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Hagelschaden, zahlt die Versicherung – wenn überhaupt – nur noch einen geringen Betrag.

Heutzutage ist meistens eine sanfte Hagelschaden Reparatur gängig, bei der mit Hilfsmitteln kleine Dellen und Beulen aus der Karosserie herausgedrückt und -gezogen werden, ohne an der Karosserie bohren oder schleifen zu müssen. Die Reparatur geht sehr schnell und das Fahrzeug muss an den Stellen nicht neu lackiert werden, weshalb auch kein Wertverlust entsteht. Diese Methode ist allerdings nicht immer anwendbar, je nach Ausmaß und Tiefe des Hagelschadens.

In den meisten Fällen sollten Sie die Reparatur eines Hagelschadens Fachleuten überlassen, vor allem wenn die Stellen neu lackiert werden müssen.
Bei gleichmäßig, runden Dellen können Sie die Stelle mithilfe einer Heißluftpistole erwärmen und dann vorsichtig mit der Hand oder einem Saugnapf herausdrücken. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass der Lack nicht platzt, daher ist es immer ratsam einen Hagelschaden professionell reparieren zu lassen.

Einen Hagelschaden an Ihrem Leasingfahrzeug sollten Sie umgehend Ihrem Leasinggeber melden. Ein Schaden an einem Leasingfahrzeug muss immer sachgemäß und fachgerecht beseitigt werden, damit Sie bei der Rückgabe des Fahrzeugs nicht für die Schäden aufkommen müssen. In der Regel greift hier die Voll- oder Teilkaskoversicherung. Der Hagelschaden wird meist komplett übernommen, Sie zahlen eventuell nur die Selbstbeteiligung. Auch die Wertminderung des Fahrzeugs wird von der Versicherung übernommen und kommt am Ende des Leasings nicht auf Sie zu.

Bei einem Hagelschaden kommt es auf die Schadenshöhe im Einzelfall an, ob eine Wertminderung vorliegt. Ist der Hagelschaden mehr als ein Bagatellschaden und Sie lassen diesen fachmännisch reparieren, liegt trotzdem eine Wertminderung Ihres Fahrzeugs vor. Die Höhe wird ebenfalls, wie der Schaden selbst, von einem Gutachter ermittelt und beträgt meistens um die 10% der Schadensumme.
Die Wertminderung wird, so wie die Kosten der Reparatur, von der Teilkaskoversicherung übernommen, sollte der Gutachter einen Totalschaden feststellen, erstattet die Versicherung Ihnen den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs.

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